Myoreflextherapie
Die Myoreflextherapie ist eine Regulations-, Programm- und Reflextherapie und ist mit der Idee entstanden, westliche Schulmedizin, alternative Therapien und östliche Medizin themenübergreifend zusammenzuführen. Durch die gezielte Stimulation von Rezeptoren in Kombination mit spezifischer Bewegungstherapie ist das Ziel, myofasziale Spannungen, innerhalb ganzer kinetischer Ketten oder Muskelschlingen zu regulieren, wodurch der Körper seine Bewegungsprogramme verändern kann.
Kinetische Kette bedeutet vereinfacht, dass viele verschiedene Muskelgruppen gemeinsam organsiert die Bewegung durchführen oder sie unterstützen.
Der Behandler interessiert sich für Faktoren die von Außen oder Innen auf den Menschen einwirken und versucht den Menschen, in seiner Gesamtheit zu würdigen. Es ist ein Denksystem, welches Zusammenhänge als lebendige Prozesse begreift, sie miteinander in Beziehung bringt und als Ungleichgewicht oder Fehlanpassung versteht.
Körper, Psyche und Seele sind miteinander verbunden und müssen als Funktionseinheit verstanden werden. Traumatische Geschehen haben somit Einfluss auf alle Teile und können sich gleichermaßen in Verhalten, Wahrnehmung, Haltung und Bewegung, sowie Fehlregulation von Hormon-, Immun-, Verdauung- und Nervensystem widerspiegeln. Alle Systeme sind über Rezeptoren oder Regelkreise miteinander verbunden und können so direkt oder indirekt beeinflusst werden.
Diese einzigartige Therapie zielt darauf ab, den Körper in seiner Regulations- und Anpassungsfähigkeit zu unterstützen durch:
Regulieren von Muskelspannungen:
- Verbesserung myofaszialer Verkettungen
- Beseitigung kompensatorischer Spannungsmuster
- Behandlung dysfunktionaler Bewegungen und Optimierung von Synergieeffekten
Neustrukturierung myofaszialer Bahnen:
- Durch Verbesserung von Struktur und Funktion, verbessert sich Zusammensetzung und Ausrichtung der Faszien
- Verbesserung von Bewegung und Wahrnehmung
Entlastung der Gelenke und Verbesserung der Beweglichkeit:
- Normalisierung und bessere Anpassung des Muskeltonus
- Verbesserung der Interaktion verschiedener Muskelgruppen bei komplexen Aufgaben
Neuorganisation oder Optimierung von Bewegungsmustern:
- Wiederherstellen harmonischer Bewegungen
- propriozeptive Bahnung ( Verbesserung der inneren Wahrnehmung und Steuerung)
- Lösen oder Verändern unangemessener Schutzspannung
- Verbessern der Koordination, Verarbeitung oder Ansteuerung
Verbessern der Bewegungsqualität:
- Normalisierung und bessere Anpassung des Muskeltonus
- Verbesserung der Interaktion verschiedener Muskelgruppen bei komplexen Aufgaben
Schmerzlinderung:
- Verbesserung der Muskelfunktion
- Verbesserung der Bewegung
- Reduktion von Gelenk und Muskelbelastung
- Stressreduktion
- positive Beeinflussung von Hormonsystem, Nervensystem, Energiehaushalt, Immunsystem und Stoffwechsel
Verbesserung von Haltung und Bewegung
- Aktivierung und Training tiefliegender Haltemuskulatur
- Verbesserung innerer und äußerer Wahrnehmung
- Reduzierung von Spannung und Kompensation
- Verbesserung von Bewegungsqualität und Koordination
- Veränderung der Grundlagen für Schmerzen des Bewegungsapparates
Optimierung der Energieverteilung in den Körpersystemen
- Behandlung von Funktionsstörungen reduziert langfristig den Bedarf an Ressourcen
- Verbesserte Anpassungsfähigkeit an innere und äußere Veränderungen
- Innere Systeme können besser ausbalancieren und können harmonischer sowie effizienter arbeiten
Verbesserung der Leistungsfähigkeit
- Verbesserung von Bewegung, Geschicklichkeit, Kraft und Gleichgewicht
- Ein schmerzfreier und ausgeglichener Körper = ein klarer und leistungsbereiter Verstand
- Optimierung innerer Ressourcen = mehr Kapazitäten für andere Aufgaben
- Verbesserung des Wohlbefindens und der gesamten Gesundheit
Modell
Schmerz ist, vereinfacht gesagt, ein subjektiv empfundenes Schutzsignal, welches sich aus sensorischen, immunologischen, emotionalen und kognitiven Prozessen zusammensetzt. Es kann durch Lernen oder Erfahrung verändert werden und ist kontextabhängig.
Muskeln und Faszien sind mit ihren > 600 Myokinen (hormonänliche Botenstoffe), sowie mehreren Millionen Rezeptoren und freien Nerven, das größte endokrine (Hormone/Botenstoffe) und sensorische Organ, im menschlichen Körper. Dadurch hat unser myofasziales System sehr großen Einfluss auf Stoffwechsel, Immunsystem, Gehirn, Psyche, Nervensystem, Verhalten, Bewegungen, Herzkreislaufsystem, Knochen, Sehnen und Muskeln durch z.B.:
Modell
Verantwortlich hierfür ist meist ein „Software“ Problem als der strukturelle Schaden selbst. Das bedeutet, die Bewegungsgeometrie ist gestört. Der Körper organisiert sich über kontextbezogene Messwerte. Verändern sich diese, auch außerhalb der Muskulatur, reagiert der Körper mit Veränderung der Informationsverarbeitung, Aktivität und Muskelspannung. Das hat auf einzelne Bewegungsbausteine großen Einfluss.
Durch Druckpunktstimmulation und KID-Bewegungstherapie, wird durch Neuregulation ein Spannungsgleichgewicht hergestellt und es erfolgt eine Repräsentation neuer Werte, in einem neuen Kontext, von Bewegung und Haltung. Das bedeutet, Kompensationen für Probleme, die durch Schonhaltungen gewährleistet wurden, werden durch den Regulationsvorgang die Grundlage genommen.
KID (Kraft in Dehnung) ist eine ganzheitliche Bewegungstherapie welche auf die neuromuskuläre Selbstregulation ausgerichtet ist. KID Übungen fördern motorisches Lernen durch Training in Muskelketten, bei der auch der schwächste Muskeln aktiviert wird und zur Regulation, Stabilisierung und Unterstützung eines muskulären Gleichgewichts beiträgt.



